Mittwoch, 3. Oktober 2018

den Herrschern auf der Spur


3.10.18

Und schon sind wir wieder unterwegs.
Zuerst fahren wir zum Nijo-jo, einem Schloss, von dem aus das Tokugawa- Shogunat etwa 20 Jahre lang herrschte.
1867 wurden in Kyoto die kaiserliche Macht wieder hergestellt war, das Eingangstor rigoros um ein Stockwerk gekürzt und das Schloss in kaiserliche Villa ~ "Niju Rikyu" umbenannt. Grund den Turm um ein Stockwerk zu kürzen war: Niemand durfte auf den Kaiser von oben herabsehen.
Seit 1994 ist das 1603 fertiggestellte Schloss Weltkulturerbe.
Am Eingang stapeln sich schon die Busse und Besucher, aber es geht fix voran.
Schon bald durchschreiten wir das östliche Haupttor ( Higashi-Ote-mon-Tor) und folgen der vorgeschlagenen Route.


Das Kara-mon-Tor steht dem Palast gegenüber und ist hier das Highlight. Es ist wunderschön verziert, und auch das Dach unterscheidet sich von dem der anderen Tore.




Die Sonne brennt vom Himmel. Normalerweise spanne ich bei so einem Wetter einen Schirm auf, aber heute müssten mir noch ein paar Arme wachsen, um die vielen Gerätschaften, Brillen und Pläne zu halten.
Zwischen Tor und Palast scheint der Gruppensammelpunkt für Schulklassen zu sein. Sie müssen sich hier besonders exakt aufstellen, erhalten vom Lehrer Order über die zu zeigende Gestik und Fingerakrobatik. Wehe, es tanzen welche aus der Reihe! Das Spiel wird gnadenlos auch mehrfach wiederholt.


Jetzt geht es hinein in den großen Palast, der aus 6 miteinander verbundenen Gebäuden besteht. Hier ist es besonders voll, und so kann man nur im Vorübergehen einen Blick in die Räume werfen. Fotografien ist streng verboten.
Die Räume sind bis auf die Tatamimatten leer, an den Wänden sieht man Wandmalereien. Sie sind ähnlich wie auf den im Souvenirladen entdeckten Karten.


In einem Saal ist der Herrscher nachgebildet, wie er mit ein paar anderen hohen Herren spricht. Es herrschte große Distanz zwischen den einzelnen Personen, am meisten natürlich zum Herrscher. Man kann auch an der Deckengestaltung erkennen, wo der Herrscher sitzt. Dort ist die Decke mittig höher gezogen und wohl auch besonders bemalt. Außerdem sitzt er erhöht auf einem Kissen.
Der nächste Abschnitt führt durch Gartenanlagen und dem Inneren Graben entlang.



Dafür trinke ich einen gesüßten grünen Eistee vor Bonsaiblick.


Noch einmal schaue ich mir das phantastische Tor an,


und mache mich auf den Weg zum Kaiserpalast. Gegenüber der Palastmauer entdecke ich eine im Tudorstil erbaute alte Villa. Früher konnte man sie auch besichtigen, heute muss man Tricks anwenden, um wenigstens fotografisch einen Blick darauf werfen zu können.



Nach etwa 30 Minuten befinde ich mich schon in dem riesigen Parkareal. An manchen Stellen gibt es kleine Schreine. Man ist fast für sich alleine.











Ein Gebäude darf von innen besichtigt werden, natürlich nur in Puschen.





Bänke sind zahlreich und gut besucht.


Viele Einwohner führen ihren Hund aus. Leine ist wohl vorgeschrieben, und für die Hinterlassenschaften tragen Herrchen und Frauchen kleine Täschchen. Hier läuft man nicht Gefahr, in ein Häufchen zu treten.
Viele Hunde tragen trotz der Hitze Bekleidung. Es gibt viele Variationen, kommt mir fast wie Schaulaufen vor. Aber diese Hund dürfen wenigstens laufen und werden nicht im Kinderwagen spazieren gefahren.


Ich besichtige dann noch den riesigen kaiserlichen Palast. Nur die Außenanlagen sind zugänglich.








Der kaiserliche Garten ist wunderschön. Am allerschönsten ist er kurz vor dem Ausgang. Kleine Brücken spiegeln sich im Teich. Hier könnte ich es viel länger aushalten, aber um 16 Uhr ist Schluss.






Einen Bus zu finden ist nicht schwer. Die Menschen sind durchweg hilfsbereit und bringen einen notfalls bis zur Haltestelle.
Ich springe gleich in den ersten Bus, da mir eine junge Frau versichert, er würde zum Bahnhof fahren.
Neben mir sitzt eine Hongkong- Chinesin, die in ihren freien Tagen gerne hierher flüchtet. Die Luftverschmutzung, die China produzieren würde, verpeste alles in Hongkong.
Ich finde ein kleines Lokal und esse ein leckeres Gericht. Danach geht es noch auf einen Kaffee in mein Lieblingscafé.


Nun ist es 19 Uhr. Zeit ins Hotel zu gehen und Fotos zu sichten.
Die Füße hochzulegen ist auch keine schlechte Idee.




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