Sonntag, 14. Oktober 2018

Himeji-Castle - die weiße Reiherburg


14.10.18


Ich habe eine Platzkarte im HAKARI für 8 Uhr. Deswegen muss ich schon um halb 8 das Hotel verlassen. Ich möchte heute die weiße Reiherburg in Himeji besichtigen und wenn es hinhaut, noch ein bisschen mehr.
Christiane will derweil ihr Gepäck sortieren und hat andere Pläne in Kyoto.
Ich könnte mich nun an der Rolltreppe zum Bahnsteig mit Essen versorgen, oder bei Ankunft in Himeji mir ein paar Comics reinziehen und mir mit einem Hello Kitty Tuch den Schweiß abwischen.




Nichts davon gefällt mir richtig. Ich gehe lieber gleich zur berühmtesten der drei bekanntesten Burgen Japans. Es soll die schönste im Lande sein.
Vom Bahnhof geht man etwa 20 Minuten, schon auf dem Weg dorthin leuchtet sie mir schon von weitem im Sonnenlicht entgegen. Es ist jetzt schon bullig warm. Zum Glück kann ich die verschiedenen Lagen, derer ich mich nach und nach entledigen muss, an meinem Rucksack befestigen. Vor der Burg ist ein kleiner Flohmarkt, dann ist man schon fast am Burggraben.




Ich bin kurz vor 10 da. Später hätte es auch nicht sein dürfen, es wird von Minute zu Minute voller. Heute ist Sonntag! Zu Zeiten der Kirschblüte soll es hier besonders schön sein, auf dem Gelände gibt es über 1000 Kirschbäume.
Die Burg wurde glücklicherweise im 2. Weltkrieg nicht zerstört, während die Stadt selbst in Schutt und Asche lag. Die jetzige Anlage stammt von 1609, wurde allerdings mehrfach renoviert.


Am Wochenende sind Freiwillige in Ninja- oder Samurai- Kostümen unterwegs, die sich Scherze erlauben und immer für Fotos zu haben sind. Ich soll mich drohend hinstellen wie er, wünscht sich dieser Torwächter. So ganz streng sehen wir wohl beide nicht aus...


Jetzt ist das Ziel nahe, nur noch ein bisschen weiter in die Höhe steigen, dann ist es geschafft.




Das Tor Hishinomon ist eines der wichtigsten und das größte Tor, das die Grenze zwischen äußerer und erster Befestigung markiert. Langsam arbeite ich mich bergann, um zum Eingang in das Innere der Burg zu kommen.
Die untere Mauer ist mit einer Legende verknüpft. Eine arme alte Frau habe ihren Mühlstein geopfert hat, weil sie sonst nichts zum Bau der Burg beitragen konnte und weil Steine dringend gebraucht wurden. Davon war der Herrscher so gerührt und die Untertanen dann auch, dass sie alle ihre verfügbaren Steine zum Palast brachten. Der Mühlstein soll zur Erinnerung an die edle Spenderin in eine der Mauern sichtbar eingebracht worden sein.


Vor dem Betreten der Burg heißt es : Schuhe aus. Die kommen in eine Plastiktüte und man schleppt sie mit sich herum.




Im Inneren gibt es außer Holz nicht viel zu sehen. Es gab wohl auch Zeiten, zu denen Rüstungen und sonstige Schaufiguren und Waffen ausgestellt wurden. Momentan ist alles leer.
Insgesamt hat die Burg 7 Stockwerke. 5 sieht man von außen, dazu kommt die Ebene 1, die auch oberirdisch liegt und ein Kellergeschoss. Man muss enge, steile Treppenstufen hochklettern, oder man kehrt um, was aber keiner tut. Die riesigen Holzpfeiler sind imponierend. Oben angekommen, bin ich ziemlich erledigt.


Aber diesen Ausblick lasse ich mir nicht entgehen! Die Fenster sind in allen Etagen mit Stäben vergittert, um eventuellen Eindringlingen den Zugang zu verwehren. Die Burg galt als uneinnehmbar.


Oben ein Modell der Holzkonstruktion, aus der die Burg besteht und unten eine Übersicht über das ehemalige Burggelände.


Runter ist es auch nicht leichter, weil die Holztreppen so steil sind und die Durchgänge zur nächsten Etage eher für Zwerge geeignet wären. Mittlerweile staut es sich auf der Gegenseite schon.
Durch den Lautsprecher tönen dauernd neue Entschuldigungen dafür, dass es dadurch Unannehmlichkeiten gibt. Ich bin froh, als ich wieder unten bin.
Nach Abkühlung mit einem Eis marschiere ich durch das Otemon- Tor wieder aus dem Burggelände hinaus und begebe mich zum Koko- en Garten.
Am Burggraben gibt es zuvor noch ein Abschiedsfoto.


Die freundlichen Herren bewachen das Tor noch immer mit reichlich guter Laune.


In Eingangsnähe des 5 Minuten entfernt liegenden Koko- en Gartens werden ein paar Bilder gezeigt, die aus echten getrockneten Blüten hergestellt wurden.


Und dann stehe ich auch schon drin im Garten.



In einem Teich schwimmen viele verschiedene Kois. Sie kommen mir groß vor, bis ich lesen, dass sie bis zu einem Meter lang und 20 kg schwer werden können.




Durch 9 verschiedene Gärten, die der Edo- Zeit nachempfunden sein sollen, kann man spazieren. Interessant finde ich vor allem auch die kleinen Dinge am Wegesrand.







Dieser Herr erschreckt gerne Besucher durch plötzliches Losbrüllen, nachdem er vorher regungslos im Schatten der Büsche stand. Wenn die Lacher sich gelegt haben, freut er sich, wenn man sich mit ihm fotografieren lässt.


Eigentlich will ich jetzt Udon- Nudeln essen. Kurzentschlossen richte ich mich aber nach einem ganz anderen Plan, den ich an der Kasse netterweise bekomme.


(Da ich kein einziges Foto mehr bei wordpress einstellen kann, muss ich jetzt zu
https://utaistunterwegs2.wordpress.com übergehen. Der Tag ist noch lang. Ich hoffe es klappt.
Der wunderbare heutige Nachmittag aus dem Wald von Himeji folgt dann eben verzögert.... und hier bei Blogger gleich.... mittlerweile ist aber sowieso alles bei Blogger)


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