Samstag, 13. Oktober 2018

Künstler und Kürbisse in Kyoto...

13.10.18

Erschöpft von den letzten Tagen wird heute mal wieder ein kleiner Gang eingelegt. Erst mittags ziehe ich los, esse ein leckeres Nudelgericht unterwegs



und nehme den Bus in den Stadtteil Gion.
Das ist ein alter Stadtteil, der in früheren Zeiten die Besucher des Yasaka- Schreins und die Reisenden im Land versorgte, und dort war einst wohl auch das Vergnügungsviertel.
Mittlerweile gilt der Stadtteil als exklusiv, und man findet hier die bekanntesten Geisha- Bezirke. Auf der Strasse lässt sich von den echten Geishas (japanisch: geiko) keine blicken.
In Gion gibt es eine ganze Menge Tempel und diverse interessante Tempelfeste.
Es ist rappelvoll auf fast allen Straßen und Gassen. Überwiegend Touristen sind unterwegs, darunter wieder viele Chinesinnen, die teilweise nur mit kleinen Schritten in ihren Kimonos und den dazugehörigen Sandalen vorankommen.
Eigentlich habe ich heute keine Lust auf Tempel. Aber wenn schon einer direkt bei der Bushaltestelle steht, kann man ja mal reingehen. Im Yasaka Schrein, einem Shinto- Schrein 665 gegründet, hängen besonders viele Papierlampen. Sicher sieht es abends hier sehr schön aus.







Gion ist die hippe Gegend von Kyoto, offenbar auch für Autofahrer. Nur hier habe ich ein paarmal mir fast die Ohren zugehalten, so hat es gedröhnt. Aber kleine Jungs und ihre Väter sind hellauf begeistert und fragen einen Fahrer, ob sie sein Auto auch fotografieren dürfen. Da ich annehme, dass die Herren ja vor allem durch die Gegend fahren, um gesehen und gehört zu werden, habe ich die Erlaubnis für mich einfach mal vorausgesetzt.




Nachdem ich mir eine tolle neue Hülle für mein Smartphone gegönnt habe, erfahre ich, dass das Design von einem hier bekannten Künstler namens Kimura Hideki stammt, ist es mir gleich noch mehr ans Herz gewachsen.


Die ebenfalls in der Auslage stehenden Schuhe gab es leider nicht in meiner Größe...






Dieser dicke Igel (?) scheint die japanische Variante vom deutschen Gartenzwerg zu sein. Er steht vor unendlich vielen Häusern herum, ziert Gärten und verkauft sich auch in kleineren Ausgaben gut.


Seit unserer Ankunft in Kyoto habe ich ein Plakat mit einem gelben Kürbis im Kopf. Die Künstlerin Yayoi Kusama, die auch die Kürbisse auf Naoshima geschaffen hat, betreibt hier in Gion ein kleines Museum. Es ist zwar nicht leicht zu finden, aber ein junger Mann lässt es sich nicht nehmen, mich um 3 Straßenecken herum zu begleiten, damit ich bloß dort hinfinde. So viel Hilfsbereitschaft wie in Japan habe ich eigentlich noch nirgendwo erlebt.


Eine Stunde ist das Museum noch geöffnet, das kommt gerade so hin. Es ist in einem großen älteren Haus untergebracht. Die meisten Objekte darf man nicht fotografieren, aber im Shop dafür einiges für einen ordentlichen Preis erwerben.






Bei Kunstlicht hat der Kürbis gleich wieder eine andere Farbe. Das ist eines der Bilder mit der Künstlerin selbst im Blickfeld.


Nun mache ich mich auf den Weg zum Hotel, die Suche nach der Bushaltestelle wird wiederum durch hilfsbereite Menschen erleichtert.


Im Bus komme ich ins Gespräch mit einem Paar aus Polen, das heute in Kyoto angekommen ist.
An einer Haltestelle steigen fast alle Leute aus, nur 3 Chinesinnen nicht und wir drei. Die Chinesinnen fragen den Busfahrer, ob hier Kyoto Station sei, er verneint. Daraufhin meint das Pärchen, dass wir noch sitzenbleiben sollen. Ich hatte mein Gehirn wohl gerade im Rucksack verstaut.
Auf einmal fällt uns auf, dass der Bus sich immer weiter vom Bahnhof entfernt.
Der Busfahrer glotzt stur vor sich hin, gibt vor, nichts zu verstehen und fährt immer weiter, bis er in sein Busdepot abbiegt.
Stocksauer steigen wir dort aus. Die Chinesinnen beschäftigen sich mit ihren Smartphones und denken nach.
Wir 3 gehen zur nächsten Bushaltestelle, wo 20 Minuten später zum Glück noch ein Bus kommt. Es ist mittlerweile 21 Uhr. Ein Taxi ist weit und breit nicht zu sehen.
Na ja, das ist ja nochmal gut gegangen, aber ohne Gehirn sollte man lieber nicht Bus fahren. Ich will es mir hinter die Ohren schreiben!
Und wie man sieht, es gibt auch negative Ausnahmen, was die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft betrifft.


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