22.10.18
Noch ganze 4 Tage können wir nach Herzenslust mit dem Railpass durch die Lande fahren. Eigentlich würden wir uns gerne mal ausruhen, aber wir machen uns auf den Weg nach Kamakura. Das ist nicht allzu weit, und wir kommen mit der Sobu Line hin, die 5 Minuten von unserem Hotel entfernt am Bahnhof Kinshichō hält.
Der Blick aus dem Fenster verspricht gutes Wetter!
Auch von nahen Bahnhof kann man den Skytree sehen.
Die Sehenswürdigkeiten liegen in Kamakura zu weit verstreut, als dass man sie alle zu Fuß locker besichtigen könnte. Also nehmen auch wir die Straßenbahn und fahren noch 4 Stationen. Der Weg zum großen Bronzebuddha ist zu beiden Seiten von kleinen Geschäften gesäumt und voller Menschen, die bereits beim Buddha waren, oder die erst einmal am Tempel ankommen wollen.
Im Kõtoku-in-Tempel sitzt der Amida- Buddha ohne Halle im Freien. Diese wurde vor etwa 700 Jahren bei einem Erdbeben zerstört und der Nachbau mehr als 100 Jahre später von einem Tsunami mehr als 200 Meter weit weg gespült. Die damals noch mit Blattgold überzogene Statue lebt seitdem an der frischen Luft.
Für 20 Yen, das sind 16 Cent, darf man sogar in die Statue hinein. Kaum drinnen, muss man sich eine kleine schmale Treppe mit Gegenverkehr hochzwängen. Das Metall ist total warm, da es sich ja ungeschützt in der Sonne befindet. Man schaut bis in die Haarknubbelchen hinein. Viel mehr gibt es hier nicht zu besichtigen.
Auf dem Weg zum nächsten Tempel mache ich Pause bei einem jungen Mann, der seinen Kleinbus in einer Garage geparkt hat und aus dem zur Bratstation umfunktionierten Auto Baby Anchovy Dumplings verkauft. Erst bin ich skeptisch, aber sie sind extrem lecker!
Gut gestärkt mache ich mich auf zum buddhistischen Hase-dera- Tempel.
Hier stehen ein paar sehr schöne Buddhastatuen. Es gibt nette Ecken und einen Aussichtspunkt, der wie so oft, über viele Stufen erklommen sein will.
Die wichtigste Staue ist eine sogenannte Kannon- Statue mit einer Höhe von über 9 Meter. Sie ist aus massivem Kampherholz geschnitzt und vergoldet. Einiges an ihr ist einzigartig . Auf jeden Fall ist sie die größte Kannon- Holzstatue in Japan. Auf das Fotografierverbot wird streng geachtet, aber direkt daneben, noch fast in der der Gebetshalle werden die unzähligen Souvenirs angepriesen, die das pralle Glück in allen Lebenslagen versprechen.
Auch in den Nebengebäuden stehen prächtige Statuen, gut beschützt von Wächterfiguren.
Unzählige kleine Statuen, Jizō- dō genannt, stehen in einer Ecke beim Inari- Schrein . Sie werden einmal im Jahr ausgetauscht. Sie sind den Seelen ungeborener Kinder gewidmet. In den letzten 70 Jahren sollen es mehr als 50.000 Figuren gewesen sein.
Diesen kleinen Zen- Garten habe ich nur durch Zufall entdeckt, er liegt schon im Schatten und etwas abseits.
Die enge Grotte mit ihren niedrigen Gängen wird nach Durchschreiten des Torii betreten. Es gibt es da ein paar eingemeißelte und viele kleine Figuren, die als Opfergabe aufgestellt wurden. Wenn ich gewusst hätte, wie lange man da sehr gebeugt gehen muss, hätte ich es sein lassen. Die Luft ist drinnen ziemlich feucht und schwül.
Zum nächsten Tempel müsste ich mit der Bahn zurück ins Stadtgebiet fahren. Das lasse ich lieber, in Anbetracht der vorgerückten Zeit. Auf dem Weg beobachten mich große Monchhichis. Kleine habe ich zu Hause noch in einer Spielzeugkiste! 1974 hatte ein japanischer Spielwarenhändler die Idee dazu vermarktet.
Ein weiterer Platz, den ich mir draußen ansehen will, gefällt mir nicht. Ich habe keine Lust, schon wieder an 100 Souvenirläden vorbei zu laufen. Also mache ich kehrt und suche mir den Zug zurück nach Tokio.
Christiane ist heute deutlich ausdauernder und macht noch einen schönen Ausflug bis auf eine kleine Insel.
Einmal steigen viele Schüler in die Straßenbahn ein. Da kann ich mir schonmal ein Bild davon machen, was mich in Stoßzeiten in Tokio erwarten wird. Das Aussteigen klappt nur mit sanftem Druck und energischem Voranschieben in Richtung Tür.
In Tokio ist es schon wieder dunkel. Jetzt habe ich Hunger. Bis auf eine große Kakifrucht, die 3 kleinen leckeren Klößchen und das üppige Frühstück im Hotel gab es den ganzen Tag über nichts für mich.
Bei einem Inder in der Nähe von unserem Hotel esse ich superleckeres Palak Paneer (Spinat und indischer Käse) mit dem besten Knoblauch- Naan (Brot).
Das war der erste Tag, mehr um, als in Tokio.































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