Dienstag, 2. Oktober 2018
Kimonos zwischen Füchsen und Katzen
2.10.18
Heute scheint schon wieder die Sonne. Wir sind trotzdem etwas später dran, kaufen für für Christiane auch eine ICOCA Karte. Und schon sitzen wir im Vorortzug zum Fushimi Inari Taisha Shrine.
Es sind nur 2 Haltestellen, und mit der Karte ist sowohl das Einkaufen kleiner Dinge, als auch Zug- und Busfahren einfacher. An den Kassen kann man damit bezahlen, sie aufladen und beim Zugfahren legt man sie einfach an der Sperre auf. Da wird der Eintritt registriert. Beim Verlassen des Bahnhofs wieder auflegen und nun wird der Fahrpreis abgebucht. Das gibt es in vielen Ländern, nur bei uns habe ich es noch nicht gesehen. Man spart damit viel Zeit.
Fushimi Okami hauste wohl als Gott der Ernte im Jahre 711 auf dem Mount Inari und der Fuchs war sein Diener auf geistiger Ebene. Oft hängen ihm Ähren aus dem Maul.
Im ganzen Land soll es mehr als 30000 Inarischreine geben, und das hier ist der Haupttempel. Die Tempelanlage beginnt sofort auf der anderen Straßenseite. Die Tore (Torii) leuchten in der Sonne.
Die zinnoberrote Farbe symbolisiert Lebenskraft und wirkt dem Bösen entgegen. Aus diesem Grund sind auch die meisten Toriis und viele Tempel so gefärbt.
Tori bedeutet auch so etwas wie: Wünsche mögen sich erfüllen/ durchkommen...
Hier kann man kleine Toriis aufhängen, die man erst gekauft und dann eigenhändig mit seinen Wünschen beschrieben hat.
Der Tempel ist brechend voll und alle streben auf die Gänge mit den rot gestrichenen Bambusstämmen zu. Das nennt sich Senbon Torii und ist ein Tausend- Schreine- Tor. Die Übersetzungen fallen mir schwer...
Unzählige Chinesinnen haben sich einen Kimono gemietet und spazieren damit durch die Anlage. Mit Vergnügen lassen sie sich dabei fotografieren.
Schon zu Beginn ist ein ziemliches Gedränge.
Jeder möchte natürlich ein Foto haben, auf dem keine Menschen zu sehen sind. Wie auf den Plakaten halt, die man fast überall auf der Welt zu sehen bekommt.
An manchen Stellen wirkt das seitlich einfallende Licht magisch.
Wenn man fix ist, klappt es irgendwann. Aber die Chance darf man auch nicht vertun.
Einmal biege ich zu einem Schrein ab.
Dahinter kommt ein schöner Bambuswald. Ein Zaun stört etwas, ist aber sinnvoll, um den Wald vor den Besuchern zu schützen, die die Stämme schon reichlich mit ihren blödsinnigen Schnitzereinen ihrer zB ihrer Namen verletzt und verunziert haben.
Hier ist es wunderschön, ruhig, kühl und entspannend.
Den Versuch, in Reichweite meiner Arme einen nicht eingeritzten Bambusstamm zu sehen, gebe ich auf. Ein paar weniger verletzte gibt es noch. Aber ohne Zaun wäre bereits viel mehr zerstört worden.
Man kann noch weiter gehen, was zeitlich leider nicht drin ist, nicht ahnend, wie weitläufig es hier ist, haben wir uns früher verabredet, als mir jetzt lieb ist.
Macht nichts. Vielleicht würde ich sonst nie ein Ende finden. Ich kann nämlich an jeder Ecke etwas Spannendes finden...
An meiner Kehre liegt ein wunderbares Café mit bester Aussicht. Die gibt es zum Glück auch, wenn man sich dort nicht niederlässt. Leider habe ich keine Zeit zur Rast. Christiane wartet.
Wir gehen nun die Ess-/ Souvenirgasse entlang und sind ständigen Verlockungen ausgesetzt. Ein Stand bietet Appetitlicheres als der andere an.
Schließlich gehen wir in ein kleines Familienrestaurant, wo wir uns eine Suppe bestellen. Für mich gibt es heute zum ersten Mal die dicken Udonnudeln. Sonst hatte ich immer die dünnen. Mir hat's geschmeckt.
Die Gasse ist noch nicht zu Ende!
Christiane entdeckt in einem besonders schönen Restaurant das erfrischende " geschabte Eis".
Da wird auf einfaches, offenbar abgeschabtes Wassereis ein Sirup nach Wunsch drüber gegossen. Und schon steht so eine riesige Portion vor einem.
Bei mir war es Grüntee-Eis mit Rote Bohnensauce. Die Soße hat mir in der Kombination besonders geschmeckt, aber das Ganze habe ich später ein wenig auftauen lassen und dann das grüne Etwas getrunken. Das war dann richtig gut.
Jetzt taucht auch noch der Hund im Kinderwagen auf, der auf Kommando "beautifull" den Kopf dreht und nur noch lächelt. Einen derartigen Kinderwagen hatte ich bislang noch nirgendwo hier gesehen. Kinder werden meist getragen oder sitzen eventuell in einem Buggy.
Bevor wir entscheiden, wie der Tag weitergeht, entdeckt Christiane ein Katzencafe. Wir klettern die steilen Stufen hoch, müssen versichern, dass wir keinen Kontakt mit anderen, besonders kranken Katzen hatten.
Danach werden uns die Hände desinfiziert, Puschen müssen an die Füße und nach ein paar weiteren Ermahnungen zum Umgang mit den Tieren, sollen wir angeben, wie lange wir bleiben wollen. 20 Minuten? 1 Stunde? Danach richtet sich der Preis. Inbegriffen ist ein kleines Getränk.
Wir wählen Kaffee. Christiane nimmt die kalte Variante, ich die warme. Und schon trinke ich zum ersten mal einen heißen Kaffee aus einer kleinen Dose- und dann auch noch mit Strohhalm...
15 Katzen gibt es hier. Manche verstecken sich, andere wollen gestriegelt werden. Wir belassen es bei 20 Minuten. War mal was ganz anderes.
Zurück zum Bahnhof. 10 Minuten Warten auf den fast vollen Zug und nach 2 Stationen stehen wir wieder im Bahnhof in Kyoto.
Jeder macht jetzt, wonach ihm Zumute ist. Treffpunkt ist das Hotel.
Ich muss nochmal in das Technikhaus. Dort hatte ich einen niedlichen kleinen Eisbären gekauft, den man in den Kühlschrank stellt. Macht jemand die Tür zu lange auf, fängt er an herum zu pöbeln. Dieser Kerl, fing aber mitten in der Nacht, im verschlossenen Kühlschrank zu randalieren und uns aufzuwecken.
An der Kasse haben sie mich absolut nicht verstanden. Zu dritt haben sie ihn in einen Kühlschrank gestellt, die Tür verschlossen und ihre Ohren an die Tür gepresst. Als ich nicht locker ließ, wurde mir von einem echt unfreundlichen Verkäufer das Geld sichtlich genervt zurück gegeben.
Aber was soll ich mit einem Schreihals im Kühlschrank?
Der Tower ist noch da, der Sightseeingbus auch. Dann kann ich ja getrost in mein Café gehen und ein bisschen tippen.
War das ein schöner Tag! Jetzt geht's ins Hotel.
Und man könnte noch viel mehr erzählen, wenn man nur die Zeit hätte...
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